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BERICHTE

Vereinsexkursion 2016


28.05.2016 - so schnell ist ein Jahr vorbei, es ist wieder mal so weit; unser Modellbahnklub lädt zur diesjährigen „Klassenfahrt“ - diesmal in die östlichen Landesteile Sachsens, ins Elbsandsteingebirge und über Tschechien ins Lausitzer Bergland. Hört sich nach mächtig viel Natur und Bergwanderung an. Ganz so war dem dann doch nicht, denn wir sind ja Modelleisenbahner und da gehörte an diesem Wochenende auch die „richtige“ Eisenbahn dazu. Natur ja, aber die „Bergwanderung“ überließen wir den sächsischen Schmalspurbahnen in Oybin und Johnsdorf. Damit ist nun unser Reiseziel klar und pünktlich traf sich die „Reisegesellschaft“ standesgemäß zu einer Zugfahrt am Jenaer Paradiesbahnhof. Wir hier haben natürlich den unbestrittenen Vorteil, mit der Eisenbahn durch das Paradies fahren zu können. Eine Zugfahrt, die ist lustig und schon ging es los am frühen Morgen, im „erotischen Verkehrsmittel“, einem schicken Triebwagen der Abellio, aus dem Paradies durch ’s schöne Saaletal nach Leipzig. Da es kein Regionalexpress, sondern ein ganz normaler Regionalzug war, der an jeder Milchkanne anhält, hatten wir genug Zeit „unser“ Saaletal mal ausgiebig zu betrachten. Es fährt z.Z. auch nix anderes nach Leipzig. Wir sind hier auf der Saalebahn bissl vom brodelnden Leben „entkoppelt“. Tut manch einem ganz gut, die immer nur auf’s Handy gucken und so gar nichts von ihrer Umwelt mitkriegen. Wir gleiten, aus westlicher Richtung kommend, hinein in die Hallen des Leipziger Hauptbahnhofes; über ein neu gelegtes Bahnhofsvorfeld. Der wohl immer noch Europas größte Kopfbahnhof ist immer wieder ein Erlebnis. Abellio sogar fast pünktlich - 3 Minuten; wir haben Zeit und begeben uns auf den Bahnsteig, wo der Zug in die Sachsenmetropole nach Dresden schon angeschrieben ist. Wieder Triebwagen; wir alle rein und alle Platz gefunden, Samstagfrüh - nach Dresden. Pünktlich setzt sich unser Zug in Bewegung. Wieder über das neu verlegte Bahnhofsvorfeld, diesmal in östliche Richtung. Wir debattieren übers Wetter, Signale und schön - Gott und die Welt, vorbei an Machern, Wurzen und Riesa, wo mir eine ganze Anzahl neuer Getreidewagen mit Aufschrift TRANSCEREALES auffallen. Es gibt sie immer noch, die berühmten Riesaer Nudeln, für die die Silowagen den Grundstoff anliefern. Die Silowagen gibt es inzwischen auch für TT - französische bzw. belgische Bahn und auch von der ÖBB. In Radebeul-Ost machen wir erste Bekanntschaft mit der Schmalspurbahn, aber nur durch ’s Fenster. Schön anzusehen, doch so etwas erleben wir erst am zweiten Tag unserer Reise. Und schon sind wir in Dresden - aber wir wollen ja weiter - nach Sebnitz. Ah, lokbespannter Doppelstockzug; ist man schon gar nicht mehr gewöhnt. Etwas nostalgisch aber gut in Schuss. Die Strecke führt uns über Pirna. Dort umsteigen, - wieder Triebwagen, und über Neustadt nach Sebnitz, diesmal nicht über Bad Schandau und die so genannte sächsische Semmeringbahn. Wäre zwar etwas interessanter gewesen, passte aber irgendwie in unseren Fahrplan nicht hinein, den übrigens unser Dietmar Heine wieder bis auf ’s I-Tüpfelchen ausgearbeitet hat. Sebnitz: Bahnhof auf das Nötigste zurückgebaut, keine Ladegleise und so nix mehr, dafür einige „bedienerfreundliche“ Rückfallweichen. In Sebnitz etwas Zeit, ehe es auf tschechisches Gebiet weiter geht. Nutzen die Meisten für ein gediegenes Mittagessen oder anderweitig, um zum Beispiel, wie ich, dem Modellbahnshop einen Besuch abzustatten. Nicht ganz uneigennützig, bringe nämlich eine TT 111 027 von Roco zurück. Zum „Einstellen“, die Lok verursacht in der Soundvariante ohrenbetäubenden Lärm, da kann keine Rede von gediegenem Dieselmotorgeräuschen sein und sonst hat sie auch „kleine Macken“. Nachdem das geregelt wäre, alle anderen gestärkt vom Mittagessen kommen, treffen wir uns zur Abfahrt ins Freundesland wieder am Bahnhof. Weiter wieder mit ’nem Triebwagen. Nun aber wirklich mit der “Eisenbahn von damals“- einem Tschechentriebwagen 810 668-4 alter Klasse von der CD, eine Brotbüchse - Eisenbahnerlebnis pur; zu sehen, zu riechen und zu fühlen, jedenfalls jeden Schienenstoß einzeln. Und als er nach dem einen Halt mal nicht mehr so ohne Weiteres weiter wollte, hat der „Lokführer“ schon mal ordentlich ins Getriebe gefasst und siehe da - geht. So ’was geht bei heutiger Elektroniktechnik schon gar nicht mehr. Und so erreichten wir nach „stundenlangem“ Gerumpel durch Wiesen und Wälder - da war sie wieder, unsere Natur pur, Rumburk. Die Brotbüchse rumpelte in ’s Depot, auch wir hatten uns eine Verschnaufpause verdient und nutzten diese z.B. auf ein tschechisches Bier (man war das Zeug gut;- jetzt noch - schlürf) oder eben Eisbecher, das Wetter war ja dementsprechend. Man munkelte sogar von Gewitter. Mit einem Triebwagen VT 650 vom Verkehrsverbund Trilex erreichten wir Varnsdorf, das eigentliche Etappenziel dieses ersten Ausflugstages. Hier Übernachtung im Hotel - nicht übel und vor allem preiswert. Vor dem Abendmahl, noch „Stadtbesichtigung“ und dann Verköstigung auf der Freiluftterrasse einer zünftigen Ortskneipe, verkehrsgünstig, zentral an einer Hauptverkehrskreuzung gelegen. Das haben aber Knödel und das gute Tschechenbier wieder wett gemacht. Zu fortgeschrittener Abendstunde zurück im Hotel, noch zum Ausklang zu einer Hochzeit eingeladen worden - na gut, noch Eins vom guten Tschechenbier und dann gleich ins Bett. Nächster Morgen - Hähne krähen, Sonne weckt den Tag und uns auch. Vor dem Frühstück, noch kleine Ortsbegehung in die andere Richtung als gestern Abend. Viele, für die Gegend typische Umgebindehäuser entdeckt, von gut hergerichtet bis leider abbruchreif. Frühstück, danach zum Bahnhof, was sonst. Wir hatten ja noch einiges vor. Also mit Verkehrsverbundstriebwagen nach Zittau. Auf dem Bahnhof noch einige bahntechnische Highlights besichtigt, z.B. Segmentdrehscheibe. Nun schnell über den Bahnhofsvorplatz und hier wartet sie schon auf uns, die berühmte 750 mm Schmalspurbahn über Bertsdorf nach Johnsdorf. Für uns Platz im „Aussichtswagen“, naja, das Ding ohne Dach mit viel Luft drum herum, Wetter hat ja gepasst. Und los ging es, mit Tut, Schnauf und Qualm, eben wieder Eisenbahn zum Erleben. Bertsdorf mit Erlebnisbiertrinken erreicht, Gegenzug - und weiter nach Johnsdorf. Die Zeit rennt, kurz verschnaufen - Zug zurück nach Bertsdorf - Fachsimpeln - Weiche hin - Signal nach da - Umsteigen nach Oybin. So, Oybin; komisch Zeit rennt immer noch und das bei dieser Gegend, alles voller Natur. Nächsten Zug wieder runter ins Tal - waren ja auf Bergtour. Ruß aus den sonnengebräunten Gesichtern gewischt und von Zittau schon Rückreise nach Thüringen angetreten. Naja, es dauert schon noch, bis wir Thüringen wieder erreichen. Erst mal Zug von Zittau nach Dresden, fahren über die Elbe und genießen den „berühmten Canalettoblick“. In DD Hauptbahnhof warten auf unseren Zug nach Leipzig, wieder schöner lokbespannter Doppelstock mit 243. Die werden wohl auch bald ausgestorben; obwohl im Hamburger Raum der Bahnverkehr vorwiegend mit „unseren“ 212er Elloks gefahren wird. In Leipzig zeit zum Umsteigen und mit nun gut besetzter Abellio zurück ins Thüringer Land. Viele Fahrradfahrer im Zug - ich denke, die wollen alle Fahrrad fahren und nun doch Zug, also wie man ’s macht. Für uns war ’s wieder ein gelungenes Bahnfahrwochenende - na dann bis nächstes Jahr auf Klassenfahrt. Aber bis dahin gibt es ja noch unsere Ausstellung im Oktober als Highlight in unserem Klubleben. Berichterstatter (von der Ferienfront) Uwe
   
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