[AKTUELL] [AUSSTELLUNG] [ANLAGEN] [WIR ÜBER UNS] [CHRONIK] [DOMIZIL] [GÄSTEBUCH] [LINKS] [BERICHTE] [SPONSOREN] [KONTAKT] [IMPRESSUM]
BERICHTE

Exkursion nach Tschechien

Tagebuch eines Mitreisenden


bunter ALEX
Streckenkarte Platting - Bayrisch Eisenstein
wie der Bahnhof so das Wetter
im Localbahnmuseum
Funktioniert der Liegewagen noch ?
Vorbei an der alten Oper auf dem Weg zum Hotel.
beim gemütlichen Weinabend
unsere Herberge in Plzeň
moderne Gebäude in Plzeň
Jugenstilhäuser am Markt
Oberleitungsbauwerke
Nahverkehr in Plzeň
Marktplatz Cheb
Knödelessen in Cheb
entlang von Zwickauer Mulde und Weißer Elster
Auch in diesem Jahr entschlossen sich einige Mitglieder des Modelleisenbahnklub Jena 49 e.V. eine Exkursion rund um das Thema Eisenbahn, natürlich mit der Eisenbahn, zu veranstalten. Doch anders als in den letzten Jahren, als Exkursionen noch als Tagesausflüge durchgeführt wurden, sollte diese mit Übernachtung über 2 Tage andauern.

Der Wettergott war offensichtlich in den Ferien und hatte seiner Urlaubsvertretung nur erklärt, wie man Regen macht. Deshalb trafen sich am Samstag dem 01.Juni gegen 7.00 Uhr bei strömenden Regen Dietmar, Horst, Klaus, Heiko, Konni, Thomas, Harald nebst Frau und meine Wenigkeit. Bereits 7.15 Uhr fuhr unser Regionalexpress im Bahnhof Jena West ein. Somit stand einer pünktlichen Abfahrt um 7.22 Uhr nichts im Wege. Vorbei an bereits überfluteten Wiesen und Feldern erreichten wir 7.55 Uhr Gera Hbf.

Am Bahnsteig 6a stand schon unser Zug nach Hof, bestehend aus zwei Triebwagen der Elster Saale Bahn, seinem charakteristischen Äußeren nach auch liebevoll Fachwerk-ICE genannt, und 8.02 Uhr ging es weiter. Der Triebfahrzeugführer teilte uns kurz vor Hof per Lautsprecherdurchsage mit, dass wir auf Grund von Bauarbeiten mit einer Verspätung von 10 min rechnen müssten. Reisende, die weitere Anschlüsse erreichen wollten, sollten sich beim Triebfahrzeugführer direkt oder über die Sprechfunktaste im zweiten Wagen melden. Da wir uns im zweiten Wagen befanden, suchten wir zunächst die Sprechfunktaste und Konni meldete dann unseren Anschlusswunsch nach Regensburg an. Nach einer kurzen Sendepause meinte der Triebfahrzeugführer, er werde es der Leitstelle melden, aber versprechen könne er nichts. Doch wie sich herausstellte, waren wir nicht die einzigen, die in diesen Zug umsteigen wollten, und so wartete unser Anschluss. Mit dem ALEX ( Arriva Länder Express), zusammengewürfelt aus D-Zugwagen, einem Doppelstockwagen und in der Mitte ein roter Speisewagen, ging es weiter durch die Oberpfalz nach Regensburg. Entlang von Naab und Regen die, je weiter man Talabwärts kam, mehr und mehr Wasser führten. Dauerregen hatte auch hier die Gegend in eine Seenlandschaft verwandelt.

20 Minuten Umsteigezeit reichten, um den Zug 12.01 Uhr nach Plattling zu erreichen. Durch die landschaftlich sehr schön gelegene Strecke im Süden des Bayrischen Waldes ging es weiter nach Bayrisch Eisenstein. Die Brücken und Viadukte der Strecke sieht man aus dem Zug leider nicht, aber das lässt sich vielleicht nachholen, wenn man mal in der Gegend Urlaub macht.

In Bayrisch Eisenstein angekommen hatten wir die Wahl 15.00 Uhr oder 16.36 Uhr nach Plzeň weiterzufahren. Unser "Reiseleiter" Dietmar hatte den Besuch des dortigen bayrischen Localbahnmuseums vorgeschlagen. Die ausgestellten Lokomotiven und Wagen sowie ein Triebwagen der Baureihe 135 sind im ehemaligen Lokschuppen zu besichtigen. Die meisten Fahrzeuge sind nach Beendigung ihres regulären Einsatzes über Umwege als Schenkung oder Dauerleihgaben ins Museum gekommen und harren dort Ihrer Instandsetzung. Viel Enthusiasmus und Optimismus werden dafür erforderlich sein.

Wir entschlossen uns dann doch für die Weiterfahrt um 15.00 Uhr, damit wir nicht zu spät in Plzeň ankommen würden. Mit einem Zug der tschechischen Bahn ging es weiter nach Plzeň. Nostalgie pur wie vor 30 Jahren. Die D-Zugwagen bestanden aus umgebauten ehemaligen Liegewagen. Einige der alten Liegen waren noch vorhanden und natürlich probierten wir die alte Technik aus und klappten eine Liege herunter. Von einer Benutzung sahen wir allerdings ab. Auffallend gegenüber ähnlichen Strecken in Deutschland ist, dass hier alle Bahnhöfe und Stationen mit Personal besetzt und teilweise sogar bewohnt sind.
In Plzeň konnten wir wegen Gleisbauarbeiten nicht bis zum Hauptbahnhof fahren. Der Zug endete in Plzeň Zast. Ein Schienenersatzverkehr bis zum Hauptbahnhof war zwar eingerichtet, doch der Weg bis zum Hotel wäre auch nicht kürzer gewesen. So nutzten wir trotz Regen den Weg gleich für eine kurze Stadtbesichtigung. Reiseleiter Dietmar hatte bereits von zu Hause im "Hotel Plzeň" Zimmer reserviert. Die Ein- und Zweibettzimmer übertrafen unsere Erwartungen. Nach dem einchecken begaben wir uns auf einen weiteren Stadtrundgang und auf Nahrungssuche. Auch hier hatten wir uns schon vorinformiert, mussten aber feststellen, dass eine Vorortbesichtigung immer noch die beste Variante ist. Wir fanden ein Lokal, dass einer Studentenkneipe glich, doch der Kellner schickte uns ums Haus in den Weinkeller, wo wir in angenehmer Atmosphäre einen sehr schönen Abend verbrachten. Während unserem gemütlichen Beisammensein rekapitulierten wir vergangene Exkursionen und private Reisen und fragten wer wann schon mal wo gewesen ist. Am Ende des Abends blieb nur eine Frage offen. Wo war Thomas noch nicht? Auf dem Weg ins Hotel regnete es noch immer, so dass wir uns beeilten ins Bett zu kommen. Ein anstrengender Tag ging zu Ende.
Am nächsten Morgen frühstückten wir ausgiebig. Das kalte Buffet, das die Hotelküche gezaubert hatte, reichte von einheimischen bis zu internationalen Speisen. Nachdem wir die Zimmer bezahlt hatten, brachen wir gegen 9.00 Uhr auf. Der Vertretung des Wettergottes war über Nacht das Wasser ausgegangen, und so konnten wir trockenen Fußes und Hauptes noch einen kleinen Stadtrundgang machen, immer den Hauptbahnhof als Ziel im Auge. Die Plzeňer Altstadt besteht aus Bauten vom Jugendstil bis in die Moderne. Zum Teil unsaniert, manchmal liebevoll restauriert und auf jeden Fall eine Reise wert. Leider gibt es dazwischen auch Häuser, die mit ihrer Kriegsbemalung an Fassade und Toreingängen auch nach Berlin-Kreuzberg gepasst hätten.
Bestaunt und fotografiert wurde von unseren Nahverkehrsexperten Konni und Thomas das in Plzeň umfangreich vorhandene Angebot aus Straßenbahnen und O-Bussen. An Kreuzungen, an denen mehrere Systeme aufeinandertreffen, finden sich oft verwirrend anmutende Oberleitungsbauten. Für die Fahrten innerhalb der Tschechischen Republik mussten wir im Bahnhof Plzeň noch Fahrkarten kaufen und 10.06 Uhr ging es weiter nach Cheb. Auf dieser vor nicht allzu langer Zeit sanierten Strecke erlebten wir eine fliegende Zugkreuzung zwischen unserem und einem entgegenkommenden Zug. Ohne anzuhalten fuhren wir aneinander vorbei und setzten unsere Reise fort.

2 Stunden mussten in Cheb reichen, um den Marktplatz zu besichtigen und noch einmal Knödel zu essen. Wenn man schon mal da ist sollte man auch die einheimische Küche genießen. Nach dem Mittagessen, die Vertretung des Wettergottes hatte neues Wasser organisiert und es regnete wieder, ging es zurück zum Bahnhof und weiter nach Sokolov.

Ab dort kann man mit dem Thüringenticket die Vogtlandbahn benutzen, die über Kraslice und Klingenberg bis nach Zwickau fährt. Auch hier kamen uns vom Vogtland Wassermassen entgegen. Kleine Bäche wurden zu reißenden Strömen. Die überfluteten Waldgebiete hatten große Ähnlichkeit mit dem Amazonas. Krokodile haben wir aber nicht gesehen. An einer Kreuzungsstation mussten wir etwas länger auf den Gegenzug warten. Der Triebfahrzeugführer erklärte uns auf tschechisch und deutsch, dass erst ein umgefallener Baum aus dem Weg geräumt werden müsste. Trotz dieser kleinen Verzögerung erreichten wir in Zwickau unseren Regionalexpress. Pünktlich 17.00 Uhr setzten wir uns zur letzten Etappe nach Jena in Bewegung. Doch entlang von Zwickauer Mulde und Weißer Elster kamen uns Zweifel, ob und wenn ja wann wir dort ankommen würden. Überall Wasser, Sportplätze und Gartenkolonien waren an manchen Stellen nur noch zu erahnen. In Gößnitz handelten wir uns dann noch eine Verspätung von 10 min. durch den Zug aus Glauchau ein, der wegen unterspülter Gleise nicht eher da sein konnte. Angesichts dieser widrigen Umstände war es doch erstaunlich, dass wir halbwegs pünktlich in Jena angekommen sind. Anzumerken ist an dieser Stelle noch , dass unsere Reise nur einen Tag später auf Grund verschiedenster Streckensperrungen wegen Hochwasserschäden nicht mehr hätte stattfinden können.
Olaf Seide
   
|[RECHTLICHER HINWEIS]| |[IMPRESSUM]|