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BERICHTE

Exkursion nach Frankenhain am Sonntag, 10.07.2011


die ersten Mitfahrer sind eingetroffen
an Saalfeld
Frankenwaldrampe
mit Neitech im 612
Regionalexpress nach Erfurt und Südthüringenbahn nach Meiningen und Wernshausen
unserer Freunde vor der Abfahrt nach Wernshausen
Nostalgisches in Steinbach-Hallenberg
Streckenplan.jpg
das schmucke Empfangsgebäude des Bf. Wernshausen
standesgemäß werden wir mit dem kleinen Zug der Gräfenrodaer Freunde in Frankenhain abgeholt und zum Vereinsheim gefahren
Ausschnitt aus der H0-Anlage der Gräfenrodaer Freunde
unser Gartenbahner Helmut fotografiert die Frankenhainer Konkurrenz
da-gehts-lang
Taurus
ex-DR-ORT
Extremrailroading ?

Oh, wie schön!
Wir erhielten eine Einladung zum Besuch der Modelleisenbahnfreunde in Frankenhain.
Frankenhain? Ach ja, das Frankenhain, das da, hinter oder besser gesagt vor dem Thüringer Wald, an der -noch- betriebsfähigen Eisenbahnstrecke Gotha – Gräfenroda mit seiner doch beeindruckenden Linienführung zur Überwindung der recht beträchtlichen Höhenunterschiede.
Natürlich - wir kommen gern! Aber wie?
Nur hin und zurück – nein, kommt für uns als Eisenbahnfans nicht in Frage.
Und wie wir kamen. Sonntagfrüh!, ja früh! 6:42 ab Jena-Paradies. Das ist natürlich auch ein kleines Privileg der Jenaer, dass die eben im Paradies abfahren können. (Bis jetzt hält sogar der ICE, dieses technische Wunderwerk der Bundesbahn, in unserem Paradies. Wir haben uns für viel Geld ja extra einen neuen „Bahnhof“ hingestellt, der aber nach dem Ausbleiben der göttlichen ICE-Züge dann wohl zu einem irdischen Haltepunkt degradiert werden wird.
Doch das ist ein anderes Thema.
So in der Früh hat’s dann doch nur ein kleines 7’ner-Grüppchen geschafft. Wir reisen mit Wochenendfahrkarte, das heißt Personenzug, - jetzt Regionalbahn oder Regionalexpress. Also 2 Tickets - Schade - Preisvorteil nicht optimal ausgeschöpft!
Gut - 5 Minütchen später, als mit der Bahn vereinbart, rollt unser Regionalzug nach Saalfeld an. Doppelstockzug mit 143, alles sehr zufrieden stellend. Nach einer Sightseeingtour durch das Saaletal erreichen wir Saalfeld. Genügend Zeit für einen Abstecher in die, nee - nicht Mitropa, aber eben dort, wo man einen Kaffee bekommen konnte. Mich beschlich der Eindruck – hier sieht’s ja schon aus wie im Westen, - so viele bunte Bierdosen, die wir natürlich verschmähten und uns lieber die Gusche am brühheeßen Kaffee verbrannten. Der Triebzug nach Lichtenfels stand schon bereit – wohl temperiert. Um nicht zu sagen arschkalt. Die mit dem Brühheeßen hatten also bis jetzt alles richtig gemacht, denn auf Anfrage nach dem Befinden der Klimaanlage: ja, geht – an oder aus! Und brumm, rumpelten wir aus dem Saalfelder Bahnhof in Richtung Lichtenfels. Tolle Gegend - Probstzella, nur schade, dass dort vor 20 Jahren für uns Schluss war. Wir erfreuten uns an der Landschaft, schauen nach abzweigenden Trassen noch betriebener und einstiger Eisenbahnen, düsten über die Frankenwaldrampe, auf der die inzwischen betagten DRG-Masten für die Oberleitung durch neue ersetzt werden und erreichten pünktlich über Ludwigstadt und Kronach Lichtenfels. Hier auch nur einige Minuten Aufenthalt und weiter nach Bamberg. Von da aus mit einem Regionalexpress nach Schweinfurt. Hier aufpassen, der hintere Zugteil - Triebwagen zweigt ab und wird nach Bad Kissingen geschickt. Wir wollen aber über Suhl nach Zella-Mehlis. Doch bis es so weit ist, haben wir noch Zeit für ein Eis oder andere kühle Getränke, denn die Außentemperaturen sind inzwischen sommerlich und auch das Innenklima des Zuges war wesentlich erträglicher. So - da is’ er, unser Zugteil nach Zella-Mehlis, wir nehmen im letzten Wagen des Mittelteils Platz, denn wenn der nach Bad Kissingen abgekuppelt ist haben wir freie Sicht auf die Strecke. Der freundliche Bahner zog für uns sogar das Rollo hoch und bereitete uns damit einen vollkommenen Streckengenuss. Vielleicht hat ihn auch mein Modellbahndienst-hemd mit dem leuchtenden Aufdruck unseres Modellbahnklubs beeindruckt, dass er sich zu dieser Großtat hinreißen ließ. Egal, das tolle Fahrgefühl, eines mit funktionierender Neitech über die Strecke donnernden Triebzuges war auf unserer Seite. Nur komisch, dass in jeder Kurve die Brücken und Signale schräg standen. Aber das ist wohl so bei 160 km/h, dass sich dann die Sichtparalaxen verkrümmen - nein, diese Illusionen entstehen durch funktionierende Neigetechnik. Ja, toll eben. Angekommen in Zella-Mehlis sattelten wir, ohne unser eigentliches Ziel – Frankenhain aus dem Auge zu verlieren um, von DB auf Privatbahn. Eigentlich wäre es für jeden Farplanbetrachter logisch weiter nach Gräfenroda zu fahren, um mit einem Katzensprung Frankenhain zu erreichen. Aber wir sind eben Modelleisenbahner, bzw. Eisenbahnfantasten, für die auch der Weg das Ziel ist. Von Zella-Mehlis schaukelte uns die Süd-Thüringen-Bahn mit ihrem „Fachwerk-ICE“ über Steinbach-Hallenberg und Schmalkalden nach Wernshausen. Umsteigen! Von hier aus über Bad Salzungen und Förtha, das uns von einer anderen Eisenbahnreise ins Dampflokwerk Meiningen noch gut in Erinnerung ist ( wer’s nicht mehr weis: die schöne V100 von der Press verweigerte hier ihren Dienst und wir mussten mit dem U-Boot 119 084 aus dem Wald gerettet werden) nach Eisenach. Hier ein paar Minuten zum relaxen, Brezeln essen, Kaffee trinken, um uns fitt zu machen für die Reise auf der Fernmagistrale nach Gotha, wo der Thüringentag tobte. Aber wir wollten ja zu den Eisenbahnfreunden nach Frankenhain.
Gotha hinter uns lassend, strebten wir mit einem weiteren Triebwagen der DB (Zigarre) unserem eigentlichen Ziel entgegen. Vorbei am Tanklager Emleben und tollen Blick zum Inselsberg nach Georgenthal, von wo die Strecke nach Tambach-Dietharz abzweigte. Schnell noch ein Anruf bei unseren Frankenhainern, dass wir wirklich gleich da sind, weiter über Ohrdruf und Crawinkel bis endlich zum Ziel. Hier ein standesgemäßer Empfang.
Eine als Dampflokomotive verkleidete E-Karre (ex Balkancar) mit passendem Personenbeförderungsanhänger und eine kleine Abordnung erwarteten uns. Hallo - und aufsitzen - und das Gefährt setzte sich mit uns in Bewegung. Beim steilen Aufstieg knurrte der Fahrmotor ordentlich, wir brauchten aber unterwegs dann doch keinen Batterie-wechsel vornehmen. Angekommen – großes Hallo, Bratwurstdunst, zu Trinken gab’s natürlich auch was. Führung durch die heiligen Hallen – schon bemerkenswert, was die Frankenhainer dort auf die Beine, sprich Schienen gestellt haben. Eine riesige H0-Anlage in U-Form, die sogar auf einem Teil den Streckenabschnitt Frankenhain-Gräfenroda zeigt. Diverse technische Spielereien, mit denen man eine Modellbahnanlage würzen kann, sind eingebaut. Auch die nach amerikanischem Vorbild gebaute Gartenbahn beeindruckte. Auch da haben die Franken-hainer noch großes vor. Wir durften schon einen Blick auf die riesige Fachwerkbrücke werfen. Fachsimpeln, Schnick und Schnack, - schade 2 Stunden schon vorbei, wir müssen uns leider schon wieder verabschieden, mit einer Gegeneinladung versteht sich. Vielleicht kommen die Frankenhainer ja zu unserer nächsten Ausstellung oder einfach mal so. Wir würden uns freuen! Vom Bahnhof Frankenhain bringt uns eine weitere Zigarre nach Gräfenroda. Von hier wird eine Gruppe, wir haben ja 2 Wocheendtickets, über Plaue, Arnstadt, Neudietendorf gleich nach Erfurt und von dort gen Jena reisen. Wir anderen fahren die Strecke Gräfenroda über Frankenhain bis Gotha noch einmal in der Gegenrichtung ab. Wer weis, wie lange das noch möglich ist. So erreichen wir Gotha und mit einem Taurus bespannten Regionalexpress über unsere Landeshauptstadt dann Weimar. Hier saß aber der Teufel im Detail, oder hatte unsere kleine Gruppe „Direktfahrer“ den letzten funktionierenden Triebwagen nach Jena erwischt. Mit dem wir die Mittedeutschlandlinie bezwingen wollten, wollte uns nicht einsteigen lassen, denn es öffneten sich nur die vom Bahnsteig abgewandten Türen. Die Bahn erkannte sofort diesen Fehler und stellte „in Kürze“ einen Ersatztriebwagen bereit. Der befand sich allerdings auf Gleis 6, also auf den Gleisen diagonal gegenüber dem eigentlichem Abfahrtspunkt von Gleis 3. Nach 3 „Sägefahrten“ war auch diese Hürde genommen und der TW platzierte sich vor dem defektgeplagten Teil, welches wir aber in Weimar zurückließen. Jedoch ging in Jena unser minutiös durchgeplantes Unternehmen nicht mehr auf und keine unserer weiteren Anschluss-möglichkeiten konnten erreicht werden. So läuft man dann zum Stadtbus, der im Zentrum endet, ohne dass man auch hier eine weitere Anschlussmöglichkeit hat. Das wäre aber bitternötig gewesen, denn am Himmel braute sich ein zweiter Aufguss zusammen, den ersten haben wir ja in Weimar verwartet. Also warten auf die Straßenbahn, ich wollte nach Jena-Ost-Endhaltestelle, Wocheendticket gilt auch für den Nahverkehr. 20 Minuten später, Bahn nach Jena-Ost und ich fahre mit – doch leider nur bis zur Ostschule. Durch einen Feuerwehreinsatz ist das Gleis blockiert, man pumpt gerade Krauses Keller leer, in dem sich der 1. Gewitterguss breitgemacht hat, und die Fahrt endet hier. Also kümmre ich mich um ein Weiterkommen und wandere den letzten Kilometer nach Hause. Auf dem letzten Drittel erwische ich natürlich auch noch den 2. Aufguss vom Gewitter und komme gut durchfeuchtet – sprich sacknass zu Hause an.
Trotzdem ein ganz toller Tag.
   
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